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Flugplatz Herzogenaurach

EDQH · Verkehrslandeplatz

EDQH · HERZOGENAURACH

Pilot werden

Vom ersten Schnupperflug bis zur eigenen Lizenz — hier am Platz.

Blick aus dem Cockpit eines Kleinflugzeugs auf Nürnberg und den Flughafen

Sechs Flugschulen sind hier zu Hause — vom Sprechfunkzeugnis bis zur Verkehrspilotenlizenz, vom Ultraleicht bis zum Gyrocopter. Wer in Herzogenaurach fliegen lernt, hat kurze Wege: Theorieräume direkt am Platz, eine Asphaltpiste, die das ganze Jahr nutzbar ist, und mit Nürnberg eine Kontrollzone in Sichtweite, die zur Ausbildung gehört, statt sie zu behindern.

WARUM MAN DAS MACHT

Es heißt immer Freiheit. Gemeint ist etwas anderes.

Wer übers Fliegen spricht, sagt irgendwann das Wort Freiheit. Das stimmt auch — aber es ist die kleinere Hälfte. Was wirklich passiert: Man wird für zwei Stunden zu jemandem, der alles selbst entscheidet. Wohin, wie hoch, wann umkehren. Niemand nimmt einem diese Entscheidungen ab, und niemand redet hinein.

Diese Art von Verantwortung ist im Alltag selten geworden. Vielleicht kommen Menschen deshalb nach dreißig Jahren noch an den Platz — nicht wegen der Aussicht, sondern wegen des Gefühls, etwas vollständig in der Hand zu haben.

DER ERSTE SCHRITT

Zwanzig Minuten, dann wisst ihr es

Ein Schnupperflug mit Fluglehrer beantwortet mehr Fragen als jeder Text — und kostet weniger, als die meisten vermuten. Die sechs Flugschulen weiter unten vereinbaren das formlos. Wer nicht weiß, bei welcher er anfangen soll, ruft am Platz an.

09132 4773 anrufen

Mo–So, 9:00 bis Sonnenuntergang

DIE BEDINGUNGEN

Ein Platz, der zum Lernen passt

Die Piste ist lang genug für entspanntes Üben und kurz genug, dass sie nicht langweilig wird. Rollweg und geregelter Betrieb vermitteln von Anfang an, wie es auf größeren Plätzen zugeht — ohne den Druck, der dort herrscht. Der Theorieunterricht findet in Räumen direkt am Platz statt. Und wer zwischen zwei Flugzeugen steht und auf seinen Lehrer wartet, lernt nebenbei die Leute kennen, die hier fliegen.

Pilot am Propeller eines Kleinflugzeugs in der Abendsonne

WAS MAN SICH MEISTENS NICHT LAUT FRAGT

Sechs ehrliche Antworten

Die meisten, die mit dem Gedanken spielen, scheitern nicht am Fliegen — sondern an einer Frage, die sie niemandem stellen wollen. Hier stehen sie, mit der Antwort, die man sonst nur im Gespräch am Hangar bekommt.

Bin ich zu alt dafür?

Es gibt kein Höchstalter. Wer mit sechzig anfängt, hat noch viele Jahre vor sich — und oft mehr Zeit und Ruhe als mit dreißig. An diesem Platz lernen regelmäßig Menschen fliegen, die es ihr ganzes Berufsleben lang aufgeschoben haben.

Muss ich kerngesund sein?

Ein fliegerärztliches Zeugnis ist Pflicht, aber die Hürde liegt niedriger als die meisten denken. Brille, Blutdruckmittel, ein überstandener Eingriff — das schließt selten aus. Wer unsicher ist, geht zuerst zum Fliegerarzt, bevor er die erste Flugstunde bucht. Die Untersuchung steht ohnehin am Anfang der Ausbildung — so weiß man früh, woran man ist.

Was kostet das wirklich?

Ehrlich beantwortet: teurer als die meisten Hobbys, günstiger als ein Mittelklassewagen. Die Summe hängt vor allem davon ab, wie dicht man die Ausbildung legt — wer regelmäßig fliegt, braucht weniger Stunden, weil zwischendurch nichts verlernt wird. Jede der Schulen hier rechnet das vorher offen durch. Danach zu fragen, gehört zum normalen Vorgehen.

Wie lange dauert es?

Für die Privatpilotenlizenz sind mindestens fünfundvierzig Flugstunden vorgeschrieben, dazu Theorie in mehreren Fächern. Wer wöchentlich fliegt, ist in rund einem Jahr durch. Wer es nebenher laufen lässt, braucht zwei — und zahlt am Ende mehr.

Ist Fliegen gefährlich?

Fliegen verzeiht keine Nachlässigkeit. Genau deshalb besteht die Ausbildung zum größeren Teil aus Dingen, die mit dem Steuern wenig zu tun haben: Wetter beurteilen, die eigenen Grenzen einschätzen, einen Flug abbrechen, bevor es eng wird. Die Unfälle, über die man in der Zeitung liest, haben fast immer dieselbe Vorgeschichte: Jemand wollte unbedingt ankommen. Genau davor schützt eine gute Ausbildung.

Ich habe Höhenangst.

Fast alle, die das sagen, haben Angst vor Abgründen — vor der Kante, dem Blick nach unten am Gebäude. Im Flugzeug fehlt genau dieser Bezug, und den meisten geht es dort besser als auf einem Balkon im vierten Stock. Ein Schnupperflug klärt das in zwanzig Minuten, lange bevor man Geld in eine Ausbildung steckt.

Ultraleichtflugzeug über einem Flugfeld im Abendlicht

ERSTE ÜBERLANDFLÜGE

Ziele, die schon in der Ausbildung reizen

Der Verkehrsflughafen Nürnberg liegt fünf Flugminuten entfernt — kontrollierter Luftraum zum Üben, mit überschaubaren Gebühren und Lotsen, die Flugschüler gewohnt sind. Für die ersten Überlandflüge bieten sich Bamberg, Bayreuth, Hassfurt-Schweinfurt, Rothenburg oder Neustadt an der Aisch an: weit genug für echte Navigation, nah genug für einen Nachmittag.

WAS NEBENBEI PASSIERT

Was bleibt, wenn der Motor aus ist

Der erste Alleinflug

Irgendwann steigt der Lehrer aus und sagt: eine Runde allein. Fünf Minuten, in denen niemand eingreifen kann. Fast jeder, der fliegt, erinnert sich an diesen Moment genauer als an den eigenen Führerschein — und an die Landung danach, bei der die Knie weich werden.

Der Blick nach oben

Nach dem ersten Ausbildungsjahr erkennt man Wolkenarten und liest an ihnen ab, was die Luft gerade macht. Beim Blick aus dem Bürofenster weiß man, ob heute zu fliegen wäre. Das hört nie wieder auf — auch an Tagen am Boden.

Leute, die man sonst nie träfe

Am Platz stehen Handwerker neben Ärzten, Rentner neben Verkehrspiloten. Was sie verbindet, ist dieselbe Piste und dieselbe Sorge ums Wetter. Wer samstags vorbeikommt, bleibt meistens länger als geplant.

Der erste Schritt kostet wenig Zeit: ein Schnupperflug, zwanzig Minuten, mit einem Fluglehrer auf dem rechten Sitz. Danach weiß man mehr über sich als nach jedem Text, den man darüber lesen kann — auch wenn die Antwort lautet, dass es doch nichts für einen ist. Jede der sechs Schulen am Platz vereinbart so einen Termin formlos.

Blick in den Himmel mit kreuzenden Kondensstreifen

EINER, DER HIER ANGEFANGEN HAT

Benedikt wollte es irgendwann wissen

„Ich bin jahrelang an diesem Platz vorbeigefahren und habe gedacht: irgendwann. Bis mir aufgefallen ist, dass irgendwann kein Datum ist.“

Benedikt führt ein Unternehmen mit mehr als zwanzig Mitarbeitern — die Sorte Mensch, deren Kalender keine Lücken hat. Angefangen hat er trotzdem: erst ein Schnupperflug, dann die Theorie abends, dann Woche für Woche eine Flugstunde. Heute fliegt er selbst.

Benedikt, Flugschüler am Platz

Sechs Wege in die Luft

Vom Ultraleicht über den Gyrocopter bis zur Verkehrspilotenlizenz — sechs Schulen an einem Platz sind für einen Verkehrslandeplatz dieser Größe ungewöhnlich. Wer hier anfängt, muss die Schule nicht wechseln, wenn sich die Ziele ändern.

UL-Flugschule „easy fly“

Ultraleicht

easy-fly.org

Aero-Beta GmbH & Co. KG

CPL, ATPL, IFR

aero-beta.de

Theorieschule Uwe Dittmar

Sprechfunk · Theorie für alle Lizenzen

aeroclub-herzogenaurach.de

ISE Aviation Flight Training GmbH

PPL

ise.aero